(Alt-)Kluge Sprüche, Teil 2431.

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Kein ‚Meine 2 Cent‘ mehr zum Tatort/Polizeiruf 110.

Ich hab es überschätzt. Ich geb‘ es zu.

Meine wöchentliche „Meine 2 Cent…“ – Kolumne zum wahlweise ausgestrahlten Tatort bzw. mittlerweile von mir meist favorisierten Polizeiruf-Äquivalent hat meine Sehgewohnheiten verändert; statt den Krimi zu geniessen, achte ich auf Folgen, Abfolgen, Meinungen etc. pp. 

Und das möchte ich nicht, weil ich den Sonntagabend eigentlich seit mittlerweile fast 20 Jahren mit Genuss und ’nem Glas guten Wein begangen hatte.

Daher zu meinem kleinen Bedauern: kein ‚Meine 2 Cent zu…“ mehr. 

Ihr seht es mir sicher nach. Es gibt ja mehr als genug Meinungen da draussen. 😉

Bilster Berg.

Ich war heute eingeladen. In das „Bilster Berg Drive Resort“. Das ist eine erst 2013 eröffnete (und echt schicke) Formel 1-taugliche Rennstrecke in Bad Driburg, so zwischen Paderborn, Lemgo und Detmold gelegen und damit rund 100 km von Hannover entfernt und in Schlagdistanz erreichbar.

Wie gesagt: ich war eingeladen, von jemandem, der entsprechend begeistert, erfahren und dazu noch im Besitz eines Porsche GT 4-Boliden von 2014 ist, selbstredend mit den entsprechenden Anpassungen, was Motor, Fahrwerk und Co. angeht. Ich war beeindruckt – und lernte heute: das geht noch viel krasser!

Zum Bilster Berg: eine toll gelegene Rennstrecke, hat für meine Begriffe Atmosphäre, sieht sehr gepflegt aus und es ging heute sehr familiär zu. Keine arroganten Typen, die mir aufgefallen wären, alles entspannt und im Geschwindigkeitsrausch… und echt cool!



Ja, und dann bin ich auf der Strecke gewesen. Was soll ich sagen? IST. DAS. GEIL. Es ist ein Hammer, um die Kurven zu fliegen (okay, vor allem, als Beifahrer geflogen zu werden!), die Helmpflicht macht Sinn, und die Strecke ist, wenn man sich an schiere Fliehkraft und Geschwindigkeit gewöhnt hat und das Vertrauen in Fahrer und sich selbst halbwegs hergestellt hat, einfach ganz wunderbar.


Nun, ich habe beschlossen: obwohl ich trotz allem eher dazu neige, meine zweirädrigen Maschinchen zu bewegen, war es für mich nicht das letzte Mal auf einer – auf dieser – Rennstrecke! Der Duft des Benzins, die Lautstärke der Motoren, die Akribie, mit der an Maschine und Strecke gearbeitet wird, die grossartige Atmosphäre und die Menschen, die da so begeistert schrauben, fahren, reparieren und diskutieren, hat mich ehrlich angefixt.

Und für meinen Geldbeutel hoffe ich, wieder eingeladen zu werden. Dann komme ich auf jeden Fall wieder. Ist ja schließlich auch ein Kopfding. 😉

Aufstiegsfeier.

Dass in meiner geliebten Stadt seit dem mauen Spiel mit gutem Ausgang in Sandhausen positiver Ausnahmezustand herrscht, dürfte sich dann deutschlandweit herumgesprochen haben.

Unglaubliche 40.000 kolportierte Menschen wollten an diesem denkwürdigen Montag Nachmittag, dem 22. Mai im Jahre 2017, die doch alkoholisch und artikulativ stark angeschlagenen Aufstiegshelden sehen und höre. Mit allem, was dazugehörte, alkoholbenebelten Geständnissen der Protagonisten auf dem Rathaus-Balkon („Scheiss Braunschweig!“) und viel Nichts-zu-sagen-aber-lasst-uns-Party-machen-wir-sind-glücklich.. 🙂

Rahmenprogramm auch mit Fury in the Slaughterhouse und anderen lokalen Bands ordentlich Mitsing-tauglich bestückt und dazu noch Götterwetter.

In diesem Sinne lässt es Hannover krachen, solange es mal geht und geniesst die Rückkehr in das Oberhaus des deutschen Fussballs: Humpa Humpa Humpa, täterääää….

Der Tatort: Meine 2 Cent zu „Die Liebe, ein seltsames Spiel“ (München).

Wieder Sonntag. Wieder Tatort. Wieder.. München? Gefühlt waren die Münchner Kollegen (sowohl vom Tatort als auch die vom Polizeiruf 110) in den letzten Wochen mehrfach dran. Aber sei es drum.

Ein ruhiger Einstieg, während der Eine verkuppelt werden soll, vergnügt sich der Andere. Und dann kommt der, in diesem Falle die übliche Tote „dazwischen“, und zunächst nimmt die normale Ermittlung – Selbstmord? Mord? – ihren Lauf. Übliche leichte, eheähnliche Zickereien der beiden Kommissare inklusive.

Stilistisch wie mittlerweile gewohnt auf gutem Niveau gefilmt, und alles sehr stimmig in Szene gesetzt, allerdings wieder eher schleppend als spannend inszeniert, wenn auch mit dem feinen Humor gespickt, der den Münchner Tatort oft auszeichnet.

Schnell wird klar, dass der Verdächtige mehrere Damen „am laufen“ hatte bzw. hat, was sein durchaus vorhandenes Alibi schnell sprengt. Dazu kommt, dass die Verblichene auch noch schwanger war. Es wird nichts ausgelassen, die Ermittlungen lassen schnell erahnen: hier wird es etwas komplizierter mit vielen Verstrickungen der beteiligten Protagonisten.

In der Tat wird es etwas unübersichtlich, mit wem der Verdächtige wann genau wie lange zusammen war. Im doppelten Sinne, denn offenbar war er „Lebensgefährte“ gleich mehrerer Frauen. Klingt äusserst anstrengend… und ist es auch für den Zuschauer, der geneigt ist, sich mit einer Skizze zu behelfen, um das Beziehungsgeflecht überblicken zu können.

Es zieht sich. Alle sind etwas genervt, nachbarliche Neugierde gepaart mit leicht seniler Fantasie (oder doch nicht?!) trifft auf spionenhaftes Verhalten betroffener Damen. Aber nach und nach kommen die Herren von der Kripo weiter mit den Spuren, die Ermittlungsarbeit und die amourösen Side-by’s von Kollege Batic zumindest laufen. Mehr und weniger zufriedenstellend.

Die „Aussprachen“ laufen dann etwas zu einfach. Wer jemals eine ernsthafte Beziehung geführt hat, weiss, dass das so in 60sekündiger Klärung schwersten Vertrauensmissbrauchs im Leben nicht klärbar ist. Nun ja.

Auch die Rolle der Assistentin/Mitarbeiterin des Verdächtigen ist lange unklar; ist sie auch verliebt in ihn? Sogar verwickelt? Auf jeden Fall keine einfache Mitarbeiterin, dafür ist sie etwas zu engagiert in allen Belangen.

Dann stirbt die nächste der liierten Damen. Und eine weitere gibt ihm ein (falsches) Alibi.. da behalten selbst die Herren Kommissare nicht mehr den Überblick: drei oder vier Lebensgefährtinnen?! Dann stellt sich heraus: gar fünf sind es! Zunehmend anstrengend, leider kommt krimimässige Spannung nach wie vor trotzdem eher nicht auf.

Wie immer klärt sich nach und nach alles zu einem schwierigen Thema auf: Polyamorie – also die Beziehung zu mehreren Menschen gleichzeitig, ist sicherlich medizinisch-wissenschaftlich beleuchtet, hier jedoch einfach verwendet, was natürlich in Ordnung ist, im Krimi-Zusammenhang jedoch zu „seicht behandelt“ aussieht. Aber gut.

Letztlich löst sich der Fall dem Tatort-Naturgesetz folgend auf; die besagte Assistentin hat sich alibiseitig aufgeopfert – zumindest aus ihrer Sicht – den geliebten Menschen und achsoguten Vorgesetzten retten wollen. Vor allem, vor allen, vor nichts. Okay soweit. Die Lösung war denn aber nachbarschaftlich, und der Grund zumindest des ersten Mordes sehr profan: man wollte die Wohnung haben. Aha. Aber nochmal: Okay.

Die Überführungsszene ist denn zumindest nett gemacht und hat etwas von kriminalistischer Kunst. Und am Ende waren es die Nachbarn. Zumindest zum Teil. Ach je..

Langer Rede..: war okay, mehr Film als Krimi. Eine knappe 3 für mich in Schulnoten, nicht mehr. Und es darf jetzt auch gern mal wieder jemand aus einer anderen Stadt ran.

Sind ja aber auch wie immer nur meine 2 Cent.

Polizeiruf 110: Meine 2 Cent zu „Muttertag“ (Uckermarck).

Und noch ein Polizeiruf. Und noch mal mit einem mir äusserst sympathischen Team, auch wenn ich den guten alten Krause vermisse. Aber das Team um die Lenski und Kollege Raczek schau‘ ich gern.

Fängt mit ein bissel persönlicher Tüddelei an, aber auch krimimässig musikalisch untermalt. Lässig und sachlich. Und doch mit der latenten deutsch-polnischen (Un-)Verbundenheit, bei der man nicht weiss, ob wirklich alle „an einem Strang“ ziehen. Sehr ländlich, sehr charming – weil genau so vorstellbar. Dorfkrimi gefühlt, mit allen Klischees.

Dann geht es los, mit richtiger, leider nicht mehr regelmässig gesehener, klassischer Ermittlerarbeit, während der geneigte Zuschauer parallel erfährt, was passiert sein könnte. Immer der Reihe nach, viele Fragen, in wirklich gut eingefangenen Bildern. Der Polizeiruf macht Spass, auch wegen der teilweisen Groteske der „Ureinwohner“. Keine Spur von blühenden Landschaften.

Die persönlichen Problem und Gefühle von Frau Lenski werden währenddessen geschickt eingewoben, ohne wie bei vielen Tatorten zuviel Platz einzunehmen. So geht das auch, und zwar sehr gut! Und sie ist hin- und hergerissen, zwischen persönlicher Situation und ihrem klar-sachlichen Pflichtbewusstsein, aber legt die Prioritäten klar auf eine Sache. Was dem Polizeiruf sehr zuträglich ist.

Was ich erwähnen sollte: ausnahmslos gute Schauspieler in diesem Polizeiruf. Ja, darauf leg‘ ich wert und finde das wichtig. Und auch das unausgegorene Spielchen zwischen den Kollegen Lenski und Raczek ist sachlich-niedlich und situativ nett eingebaut.

Die persönlichen und dienstlichen Dinge vermischen sich, auch, was die Situation mit Frau Lenski und ihrer Tochter angeht, der Fall läuft – natürlich – weiter. Und dann kommt raus, dass Kollege Raczek quasi dieselben Probleme hat, ohne dass es bekannt war. Und das machts nicht einfacher, muss aber hinten an stehen.

Selbstverständlich löst sich alles auf. Und entpuppt sich fast eher als Drama denn als Krimi. Mit fast-souveränen Kommissaren, wenn es um die Befindlichkeiten der Betroffenen geht – und dazu führt, dass alle ihre Position noch mal überdenken. Und so zur Lösung des Falls zu kommen und den verschwundenen, gefühlt schon Teil-entlasteten Täter überführen; und trotz der ungewollt-witzigen kommentare von Kollege Wolle am Ende trotz aller Nachvollziehbarkeit zu verhaften. Sogar mit aller gebotenen Konsequenz auch den Familienmitgliedern gegenüber. Und einem überraschenden Freundschafts-Angebot unter Kollegen am Schluss.

Ein guter, klassischer Hinterwäldler-Krimi. Ich mag so was. Mit allen Marotten der dargestellten Typen, nicht laut, aber gut. 

Für mich eine glatte 2. Gerade und wegen der nachvollziehbaren Kleinigkeiten und der echt tollen Schauspieler-Riege.

Und auch, weil es eben nur meine 2 Cent dazu sind.

So klein. So groß!

Meine Vorliebe für die etwas härtere Gangart im Bereich meiner musikalischen Präferenzen dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben.

Nun ist man ja immer mal wieder dabei, in älteren Songs zu „schwelgen“, und YouTube ist hilfreich beim schnellen Auffinden, wenn man denn auch das Video dazu mal wieder schauen möchte.

Und manchmal entdeckt man dabei die erstaunlichsten Leistungen. So wie bei zwei meiner alten Lieblingssongs. Von einer 5(!)jährigen. Sehet und staunet: